Herausforderungen in der Arbeitswelt 4.0

Vernetzung und Digitalisierung prägen den Alltag in der heutigen Arbeitswelt. Darüber hinaus fordern Komplexität, Informationsflut und Zeitdruck ein Umdenken bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Die Charakteristik der heutigen Arbeitswelt verändert die Anforderungen an den Umgang mit der Arbeitskraft, an Führungs- und Organisationsstrukturen sowie an die Zusammenarbeit und die  Kommunikation in Unternehmen. Damit spielen auch neue Aspekte eine Rolle, die Arbeitgeber attraktiv machen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es entscheidend, dass Unternehmen diesen Rahmenbedingungen in ihrem Personalmanagement Rechnung  tragen.Und hier reichen klassische Anreize wie Gehalt, Leistungszulagen und individuelle Zusatzleistungen nicht aus.

Moderne Kommunikationsstrukturen, Flexibilität, flache Hierarchien und unterstützende Maßnahmen für eine  ausgewogene Work-Life-Balance gehören ebenso zu den Erwartungen an einen modernen Arbeitgeber wie ein lebensphasenorientiertes Personalmanagement.

Auch für die Volksbank Freiburg als regionales Dienstleistungsunternehmen ist es entscheidend, kontinuierlich an ihrer Arbeitgeberattraktivität zu arbeiten, um Mitarbeiter zu binden und neue Fach- und Nachwuchskräfte zu gewinnen. „Gerade als Regionalbank sind wir hier gefordert, denn unser Geschäft baut auf gegenseitiges Vertrauen. Ein Berater ist für unsere Kunden oft ein Partner über viele Jahre hinweg“, so der Personalleiter der Volksbank Freiburg, Jens Hupperich.

Welche Faktoren beeinflussen die Arbeitgeberattraktivität? Antworten auf diese Frage liefert das Institut für  Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen in seiner Job-Trendstudie 2015. Die Studie zeigt Faktoren auf, die sich motivierend oder demotivierend auswirken – die sogenannten Attraktivitätsförderer oder Attraktivitätskiller. Besonders motivierend auf Mitarbeiter wirkt es sich aus, wenn sie Ideen entwickeln und Eigenverantwortung übernehmen können.Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben sowie eine Kultur des Vertrauens gegenüber Kollegen und Vorgesetzten werden ebenfalls besonders positiv bewertet. Bei den Attraktivitätskillern steht die Beschleunigungsfalle wegen ihrer extrem negativen Wirkung ganz oben auf der Liste. Dazu gehören Überlastung durch zu viele Aufgaben in zu kurzer Zeit mit zu  wenig Ressourcen sowie Dauerbelastungen. Auch eine ungleiche Behandlung auf Grund des Alters wird als unattraktiv wahrgenommen, genauso wie ausgeprägte Hierarchien, die nur wenig Flexibilität zulassen.

Erfolgreiche  Unternehmen  berücksichtigen diese Faktoren und setzen an verschiedenen Hebeln an: Ein wichtiges Instrument ist ein tiefgreifendes Weiterbildungskonzept, das neben der Ausbildung von fachlichen Qualitäten auch Wert auf die Entwicklung von Soft Skills legt. Positiv wirkt sich eine Unternehmenskultur aus, in der Innovation  und Teamleistung gewürdigt werden. Für die Mitarbeiterzufriedenheit ist es zudem wichtig, dass Handlungsspielräume innerhalb vorhandener Strukturen eingeräumt werden.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben kann auf vielfältige Weise unterstützt werden – angefangen bei   Unterstützungsangeboten für die Betreuung von Kindern und Angehörigen bis hin zu einer Regelung der Erreichbarkeit per Handy oder Mail  nach  Dienstschluss. Maßnahmen dieser Art helfen die „Ressource Arbeitskraft“ dauerhaft zu  erhalten. Hierzu gehören auch Leistungen im Gesundheitsmanagement und eine lebensphasengerechte Führung. Themen wie Lebensarbeitszeit oder Sabbatical werden in den nächsten Jahren mehr und mehr in den Fokus geraten. Flexibilität ist ein prägendes Thema für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Personalmanagement: Mensch und Lebensphasen im Fokus
Mit aktuellen Fragen des Personalmanagements beschäftigt sich Professor Dr. Uwe Schirmer. Lesen Sie im Voba-Magazin ein Interview mit dem Experten für Personalmanagement und Studiengangsleiter an der Dualen Hochschule in Lörrach.

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